Samstag, 14. März 2009

Die GWUP und ihre „Wissenschaftler“

Ob Scientology, Germanische Neue Medizin oder GWUP, weltanschauliche Gruppierungen haben nur dann Erfolg, wenn sie die Lösung eines vermeintlichen Problems versprechen und wenn sie ihre Problemlösungs-Kompetenz überzeugend darstellen.



Die GWUP betrachtet sich selbst als Avantgarde, die unsere Gesellschaft vor den aus irrationalen Überzeugungssystemen resultierenden Gefahren schützt. Der Verein versteht sich als eine Art Bollwerk mit dem Ziel, NLP Coachs, Astrologen, Homöopathen, Feng Shui Innenarchitekten usw. als Scharlatane zu entlarven und als leichtgläubige Idioten der Lächerlichkeit preiszugeben. Spott, Häme, Zynismus aber auch Hass dominieren in der Welt selbst ernannter so genannter Skeptiker.

Gewinnt Scientology neue Mitglieder mit Psychotests, so besteht der Trick der GWUP darin, wissenschaftliche Kompetenz vorzutäuschen. Der Verein wirbt auf seiner Homepage mit „850 Wissenschaftlern und wissenschaftlich Interessierten“, deren Strahlkraft nochmals durch 21 Personen mit Doktor- bzw. Professorentitel verstärkt wird. Leichtgläubige Menschen interpretieren dies schnell als wissenschaftliche Kompetenz.

Die Formulierung „850 Wissenschaftler und wissenschaftlich Interessierte“ wird vom GWUP-Vorstand bewusst gewählt, um die Achillesferse der Vereinsmythologie zu schützen. Dipl.-Ing. Amardeo Sarma (Gründer und seit 20 Jahren Vorsitzender der GWUP) muss eine peinliche Blöße kaschieren: Die GWUP hat zwar viele Mitglieder mit akademischem Titel. Darunter befinden sich jedoch keine echten Wissenschaftler, die Parawissenschaften oder Komplementärmedizin mit wissenschaftlichem Anspruch und Reputation erforschen und die Ergebnisse ihrer Arbeit in wissenschaftlichen Journalen publizieren.

Echte wissenschaftliche Forschungseinrichtungen wie z. B. das Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene (IGPP) in Freiburg beschäftigt sich mit der systematischen und interdisziplinären Erforschung von bisher unzureichend verstandenen Phänomenen und Anomalien an den Grenzen unseres Wissens. Es gibt jedoch kein einziges GWUP-Mitglied, welches aktiv und mit wissenschaftlicher Reputation in der Anomalistik-Forschung aktiv ist.

Gleiches gilt für die wissenschaftliche Erforschung der Komplementärmedizin. Wissenschaftler wie z. B. Klaus Linde, Dieter Melchart, Stefan Willich & Claudia Witt, Gustav Dobos, Karin Kraft, Reinhard Saller, Rainer Lüdtke oder Harald Walach und George Lewith erforschen Verfahren der Alternativ- und Komplementärmedizin systematisch, publizieren in wissenschaftlichen Journalen wie z. B. der Forschenden Komplementärmedizin und organisieren sich in der International Society for Complementary Medicine Research.

Die GWUP verfügt jedoch sowohl auf dem Gebiet der Anomalistik als auch im Bereich der komplementärmedizinischen Forschung über kein einziges Mitglied, welches aktiv forscht, publiziert und über Reputation verfügt. Die Wortwohl „850 Wissenschaftler und wissenschaftlich Interessierte“ ist so gesehen eine bewusste Irreführung der Öffentlichkeit, um real fehlende wissenschaftliche Kompetenz vorzutäuschen. Betrachtet man die Themen, mit denen sich die GWUP auseinandersetzt, so müsste es korrekt heißen:

„0 Wissenschaftler und 850 wissenschaftlich Interessierte“


Aktualisierung 2012: Inzwischen hat der Verein GWUP e.V. die grob irreführende Wortwahl „850 Wissenschaftler und wissenschaftlich Interessierte“ durch eine neue Sprachregelung ersetzt. Auf der Seite WAS WIR WOLLEN heißt es nun: „Die GWUP setzt sich zusammen aus Wissenschaftlern aller Fachrichtungen und wissenschaftlich Interessierten.“ Auch diese Formulierung ist ein Etikettenschwindel, weil die GWUP unter ihren Mitgliedern keine Wissenschaftler hat, welche im Bereich der Themengebiete des Vereins aktiv forschen und in wissenschaftlichen Fachzeitschriften (Journalen) publizieren.



Lesen Sie auch:

Die GWUP ist entgegen ihres Namens keine wissenschaftliche Standesorganisation, sondern ein Verein, der Aktivisten der Skeptikerbewegung organisiert.
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Über den Verein GWUP e.V.:
Eselwatch: Wiki-Eintrag „GWUP“
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Kommentare:

  1. Worin liegt denn Ihre Kompetenz?

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  2. Ich beherrsche die Grundrechenarten. - Zumindest partiell.

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  3. Irgendwie beschleicht mich das starke Gefühl, dass hier ein paar beleidigte Egos, die bei der GWUP zurecht rausgeschmissen wurden, zur Kampfansage aufrufen, um auf ihr vernachlässigtes Ansehen aufmerksam zu machen.

    Da der Trend zur Esoterik und "Komplementärmedizin" ungebrochen steigt, kann man sich dadurch auch viele, viele Freunde schaffen,die wiederum den eigenen Bauch pinseln, wenn man so wie Sie diesen Phantasten mit Toleranz und Harmoniebedürfniss schmeichelt.

    Nur zu gut, dass es noch Skeptiker gibt, die ihre Meinung vehement vertreten und die nicht gewillt sind den ganzen Scharlatanen und Quacksalbern Honig ums Maul zu schmieren, nur um sich nicht unbeliebt zu machen.

    Man bedenke nämlich, dass es mittlerweile sehr viele Menschen gibt, die psychischen und finanziellen Schaden davon getragen haben, weil sie sich leichtgläubig auf Esoterik und alternative Heilmethoden einließen.

    Aber so wie es aussieht, liegt es nicht in ihrem Interesse einen Beitrag zur Aufklärung zu leisten, sondern dafür zu sorgen, dass die Verdummung der Menschheit noch weiter wächst.

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  4. GWUP.WATCH meint:

    1. Thema komplett verfehlt.

    2. Stark eingeschränkte Fähigkeit zur selbstkritischen Reflexion.

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  5. "2. Stark eingeschränkte Fähigkeit zur selbstkritischen Reflexion."

    Die kritische Reflexion überlasse ich den seriösen Wissenschaftlern der GWUP, die ohne Gefühlsduselei die Ergebnisse ihrer Untersuchungen auf den Tisch legen und auf die man sich verlassen kann, ohne daran glauben zu müssen.

    Die selbstkritische Reflexion überlasse ich den Esoterikern, denn diese müssen sich damit beschäftigen, um dadurch ihre Probleme zu erkennen und dazugehörige Blockierungen zu lösen, bzw. von Quacksalbern lösen zu lassen.
    Ihr Ziel: "Wir sind alle bedingungslos lieb zueinander", darauf kann ich gerne verzichten, denn mir fehlt dafür der irrationale Glaube.

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  6. GWUP.WATCH meint weiterhin:

    1. Thema komplett verfehlt.

    2. Stark eingeschränkte Fähigkeit zur selbstkritischen Reflexion.

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